Ortsbund der Gehörlosen Wetzlar

************************************************************************************

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Ortsbund der Gehörlosen Wetzlar
Ortsbund Versammlung
am 28. April 2019


                         Ehrungmitglied Urkunde

Möhr Günter, Hans Jorzenuk, Joachim Nietn, Manfred Lepper und
1. Vorsitzende Gertraud Haas
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gemeinsame Weihnachtsfeier
am 1. Dezember 2018

 

 Ehrenbrief des Landes Hessen

Frau Gertraud Haas


 

 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

Ehrung
Ehrung(1).pdf [ 959.8 KB ]
Ehrung.pdf [ 1.8 MB ]

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Bilder von der Fahrt ins Blaue


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Presseinformationvon Deutsches Rotes Kreuz in Wetzlar am 11.11.2015

Erstmals Kurs mit Gebärdensprachdolmetscherin

Erste- Hilfe-Kurs für Gehörlose beim DRK- Wetzlar

 

Für den Ernstfall gut vorbereitet: Mitglieder des Gehörlosen Seniorenclubs Herborn und des Ortsverbandes der Gehörlosen Wetzlar. Gertraud Haas, 1. Vorsitzende, organisiert das Kursprogramm für Gehörlose (stehend, 2. v. l.).Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache Katrin Altemeier (stehend, 2. v. r.) übersetzte die Ausführungen von DRK- Ausbildungsleiter Nico Dietrich (r. daneben).

  

Es ist ungewöhnlich still im Schulungsraum der DRK- Geschäftsstelle in Wetzlar. DRK- Ausbildungsleiter Nico Dietrich begrüßt die zehn Teilnehmer des heutigen Erste- Hilfe- Kurses.

Als Antwort erhält er freundliches Winken und aufmunterndes Kopfnicken.

Die Erste- Hilfe- Ausbildung für Gehörlose kann beginnen.
 

Keine alltägliche Situation für Nico Dietrich. Hängen gewöhnlich die Kursteilnehmeran seinen Lippen, gehen heute alle Blicke zu Katrin Altemeier, die als Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprachen (i. A.) Wort für Wort seine Ausführungen übersetzt. Es wird lebendig in der Gruppe. Fragen werden gestellt, Hände fliegen und Augenpaare gehen hin und her. Unsicherheiten und Berührungsängste sind schnell abgebaut. Katrin Altemeier ist gefordert: Wie ist die rechtliche Grundlage bei Erster Hilfe? Wie werden die Vitalfunktionen kontrolliert ? Wie ein Bewusstloser in die stabile Seitenlage gebracht und vor allem, wie der Notruf abgesetzt ? Im häuslichen Umfeld wird

in der Regeldie Zentrale Leitstelle per Fax informiert. Oder per Sprach- SMS. Dabei ist die Gruppe der Gehörlosen besonders gefordert, vier der fünf klassischen W`s zu schulen und zu verinnerlichen: Was, Wo, Wieviel und Welche. Das Fünfte, warten auf Rückfragen, entfällt.  

 

Im praktischen Teil drängt sich die Gruppe um den Erste- Hilfe- Dummy. Die Herz- Lungen- Wiederbelebung erfolgt mit einer Druckfrequenz von 120. Als Hilfsmittel wird in den Kursen Musik eingesetzt, die den optimalen Takt bei der Herz- Druckmassage vorgibt. Heutesitzen alle um Nico Dietrich, beobachten aufmerksam und nehmen schnell den Rhythmus auf.„Beindruckt haben mich ganzbesonders die geschärften Sinne der Gehörlosen. Alle haben direkt die optimale Frequenzgedrückt“ lobt Nico Dietrich. 

 

Am Ende warsich die Gruppe einig, gemeinsam einen lehrreichen und informativen Nachmittag verbracht zuhaben. „Meine Schwiegermutter ist 87 Jahre. Da ist es gut zu wissen, dass ich die Anzeicheneines Herzinfarktes oder Schlaganfalles erkennen und helfen kann“ schildert Brigitte Löhr übersetzt von Katrin Altemeier. Auch Marion Raiß ist zufrieden. Ihr letzter Erste- Hilfe- Kurs war 1971, als sie den Führerschein erwarb. „Damals habe ich kein Wort verstanden. Heute, mit Dolmetscher, war es super!“. Denn darin sind sich alle einig. Bei einem Notfall spielt es keine

Rolle, ob gehörlos oder nicht. Jeder kann helfen und damit Leben retten.

 

Weiter eInformationsveranstaltungen für Gehörlose und regelmäßige Auffrischungskurse in Erster Hilfe sind geplant.  

 

Laut dem Landesverband der Gehörlosen mit Sitz in Frankfurt, gibt es in Hessen 8.000 Gehörlose. Für Gertraud Haas, 1. Vorsitzende des Ortsbundes der Gehörlosen in Wetzlar, muss die gesellschaftliche Teilhabe für Gehörlose selbstverständlich und barrierefrei sein. Die Kommunikationim Alltag, zum Beispiel mit Ärzten, stellt schon ein Problem dar. „Man kannsich oft nur mit Papier und Stift austauschen, weil kein Dolmetscher dabei ist. Mehr ausgebildete und finanzierte Dolmetscher für Deutsche Gebärdensprache sind erforderlich“ berichtet sie. Die Kosten für den heutigen Kurs habe der Verein getragen.

 

Weitere Informationen und Kontakt: Ortsbund der Gehörlosen in Wetzlar,

www.gl-wetzlar.info / Fax: 0644143117.